Kunststoff

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Warum ist es so schädlich und was kann man dagegen machen?

 

 

Schaltet man heute den Fernseher ein, schlägt die Zeitung auf, schaut ins Internet oder in die Sozialen Kanäle wie Facebook, Twitter und Co., dann möchte man am liebsten schreien: „Scotty beam me up“! Denn vom Weltall aus betrachtet, wirkt unser Planet eben immer noch so wunderschön blau, sauber und friedvoll. Doch dort oben, beim Blick in die unendliche Weite des Universums, muss einem wohl auch nur allzu deutlich bewusst werden: „there is no planet B“– keine andere Welt, in der wir leben können.

Zurück in unserer mischt die junge Greta Thunberg mit ihrer „Fridays for Future“-Bewegung gerade mächtig Zivilgesellschaft, Medien, Politik und Wirtschaft mit genau dieser Botschaft auf. Der Mensch, vor allem der erwachsene, betreibt Raubbau an der Umwelt und schert sich nicht um die langwierigen Folgen seines Tuns. Die Zeche zahlen andere, nämlich die kommenden Generationen. Das ist keine neue Erkenntnis.

Neu ist allerdings: Die Schülerin hat damit etwas geschafft, was vielen anderen bisher nicht gelang – weltweit MenscheQn, insbesondere die Jugend, zu mobilisieren und für ein Umdenken auf die Straße zu gehen.

Der öffentliche Druck zeigt Wirkung – es bewegt sich was. Chapeau!

Neben dem Klimawandel, den die Schwedin in den Vordergrund stellt, ist die massive Umweltbelastung durch Plastikmüll eines der drängendsten Themen der Gegenwart. Und auch hier war das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln selten so groß wie zur Zeit.

Vor allem Bilder von verendeten Meeressäugern und Vögeln mit allen möglichen Kunststoffabfällen in ihren Mägen haben eine nicht unerhebliche Wirkung gezeigt. Am Ende dieser Nahrungskette steht schließlich der Mensch. Und diesem bleibt bei diesem Gedanken beim nächsten Fischrestaurant-Besuch der Bissen im Halse stecken. Und so haben Bundesregierung und EU-Kommission den Plastikmüllbergen mittlerweile den Kampf angesagt.

Einflüsse von Kunststoff in der Umwelt

Wie bei Treibhausgasen und CO2-Emissionen ist die Verschmutzung durch Plastik ein globales Problem – und ein ebenso komplexes. Kunststoffe haben eine äußerst lange Lebensdauer in der Umwelt. Das fängt bei der Herstellung an, geht über den Handel und Endverbraucher bis hin zur Entsorgung. An jedem dieser Punkte ließe sich ansetzen und etwas verbessern. Und hierfür – da sind sich alle Experten einig – ist es allerhöchste Zeit. Beim einzuschlagenden Weg gibt es allerdings Differenzen. 

Im Moment landet jede Minute ein Mülllaster mit Plastik im Meer. Aktuellen Prognosen zufolge wird sich die jährliche Plastikproduktion von derzeit 311 Millionen Tonnen in den kommenden 20 Jahren verdoppeln. Bis heute hat die Welt den Planeten mit unfassbaren 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff überzogen. 

Demgegenüber steht eine jährliche Recyclingquote von gerade mal 14 Prozent. Die fünf größten Verursacher des Plastikmülls in den Weltmeeren sitzen in Südostasien – es sind: China, Indonesien, Thailand, Vietnam und die Philippinen. In diesen Ländern fehlen professionelle Abfallwirtschaftssysteme sowie das notwendige Bewusstsein für die Situation. In den meisten Industrienationen, insbesondere in Deutschland, ist die Verwertungsquote relativ hoch. Dennoch kein Grund sich zurückzulehnen.

Deutschland ist Europameister im Wegwerfen. Durchschnittlich 220 Kilogramm Verpackungsmüll verursacht jeder Bundesbürger im Jahr. Rund ein Drittel des Abfalls, der in der gelben Tonne landet, gilt nach wie vor als „nicht recyclingfähig"– er ist zu stark verschmutzt oder besteht aus Verbundmaterialien, das heißt ihm wurden Zusatzstoffe (Additive) wie Flammschutzmittel, Stabilisatoren, Weichmacher und ähnliches hinzugefügt. Diese aber wiederum sind nur schwer voneinander zu trennen. Anstatt aber bessere Sortieranlagen zu entwickeln, war es bislang günstiger, den Plastikmüll einfach zu verbrennen – oder ihn eben in diese asiatischen Schwellenländer zu exportieren.

China hat mittlerweile ein Importstopp verhängt. In Malaysia und Indonesien hat die deutsche Entsorgungsbranche neue Abnehmer gefunden. Zwar ist die Ausfuhr von Plastikabfall aus Deutschland nur erlaubt, wenn er im Zielland recycelt wird, aber unter anderem Greenpeace hat nachgewiesen, dass unsortierte und schwer recycelbare Kunststoffabfälle zur Plastikvermüllung in Entwicklungsländern beitragen.

Dabei sollte es in einem Land, dass sich Recycling-Weltmeister nennt und für seine Ingenieurskunst rühmt, genügend Mittel und Wege zur technologischen Entwicklung besserer Recycling-Anlagen geben. 

Mit der Zersetzung des Kunststoffabfalls auf den Müllhalden dieser Welt beziehungsweise der Verklappung der Plastikprodukte im Meer, beginnt ein weiterer folgenschwerer Prozess. Der Werkstoff löst sich mit der Zeit in kleinere/kleinste Partikel auf. Man spricht dann von Mikroplastik (wissenschaftlich noch nachweisbar) oder sogar Nanoplastik (nicht mehr nachweisbar) – beides ist überhaupt nicht recycelbar. Beides gelangt aber durch die Nahrungskette in den menschlichen Organismus – und das nicht nur in Südostasien, sondern auch bei uns. 

Mikroplastik oder Nanoplastik entstehen aber nicht allein durch die oben genannten Prozesse. Weitaus weniger bekannt, dafür aber die Hauptquellen der Emissionen in den westlichen Industrienationen sind Abrieb bei Reifen oder Gummisohlen, die Verwitterung von Farben oder das Waschen synthetischer Kleidung. Ganz zu schweigen von den vielen Kosmetikartikeln, die die Partikel für den peelenden oder abreibenden Effekt einsetzen.

Berichte über Funde von Mikroplastik in Lebensmitteln wie Honig, Trinkwasser, Bier und Softdrinks hat es bereits gegeben. Die gesundheitlichen Risiken für den Menschen können noch nicht genau bestimmt werden. Ebenso fehlt es derzeit an zuverlässigen Messverfahren, um derart kleine Teilchen mit einer Größe unter 10 Mikrometer nachzuweisen. Ein schöner Gedanke ist dies nicht.

Organisationen/Projekte zur Verbesserung der Kunststofflage

Die noch wenig erforschten Folgen von Kunststoffen in der Umwelt und darüber hinaus bewegen die Menschen. Und nicht erst seit Greta Thunberg „erfreut“ sich das Thema einer wachsenden Aufmerksamkeit. So stieg in den vergangenen Jahren auch das Feld der Akteure, die zur Lösung des Problems beitragen wollen. So vielschichtig das Problem, so unterschiedlich sind auch deren Ansätze. Exemplarisch seien hier einige wichtige genannt:

  Ellen MacArthur Foundation

Die 2010 gegründete Ellen MacArthur Foundation hat es sich zum Ziel gesetzt, Impulse für ein langfristig funktionierendes Kunststoffsystem zu geben, das auf dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft fundiert. Dabei konzentriert sie sich auf Verpackungsmaterialien und setzt auf eine neue Denkweise. Kunststoffe sollen als effektiver Materialfluss in einer Kreislaufwirtschaft gesehen werden. Plastik soll erst gar nicht in die Umwelt gelangen. Hierzu bedarf es laut der Stiftung eines Umdenkens in der Art und Weise wie Kunststoffe gestaltet, hergestellt, verwendet und wiederverwendet werden. Ein solches System setzt bestimmte Qualitätsstandards bei Kunststoffen voraus. Sie müssten relativ sortenrein sein und auf Additive verzichten. Müllsammlung und -trennung sowie die Recycling-anlagenmüssten perfektioniert werden. Zur Erreichung dieser Ziele hat die Foundation ein breit gefächertes Netzwerk mit Unternehmen, Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern, Designern und Innovatoren aufgebaut. Ihr Ansatz ist global. 

  Oak Foundation

Die 1983 gegründete Familienstiftung setzt sich mit ihrem Umweltprogramm gegen die Vermüllung der Weltmeere ein. Mit anderen NGOs ist sie Teil der Kampagne #breakfreefromplastic. Mit ihrer Arbeit will sie Erreichen, dass weniger Plastik produziert und konsumiert wird. Hierfür soll das Bewusstsein bei Verbrauchern und Unternehmen geschärft werden. Außerdem unterstützt sie die Erforschung von Messsystemen zum Nachweis der Menge an Plastikemissionen ins Meer. Kollaborationen mit Konsumgüterhersteller und Handelsunternehmen helfen ihr dabei. 

  Zero Waste Europe

Der Name verrät es eigentlich schon. Der Organisation geht es um die Reduzierung nicht nur von Plastik, sondern von Abfällen generell. Dabei versteht sie sich als „Policy Maker“. Von Brüssel aus steuerte sie bereits zahlreiche Kampagnen, um ihr Null-Abfall-Ziel mit Druck auf die Politik zu implementieren. Recycling stellt für Zero Waste nicht die alleinige Lösung dar. Vielmehr will es eine Politik der Prävention und unterstützt alternative Geschäftsmodelle wie essbare Strohhalme. Für Unternehmen aber auch Staaten sollen Anreize geschaffen werden, weniger Plastik zu produzieren und mehr zu recyceln. Dafür bedarf es laut der  Organisation auch die Verbesserung der Recyclingfähigkeit durch höhere und einheitliche Qualitätsstandards.

  Fraunhofer UMSICHT

Das Forschungsinstitut beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Herstellung und Anwendung von Kunststoffen und den damit verbundenen Herausforderungen. Arbeitsschwerpunkte sind dabei Biokunststoffe und Recycling. In einer Metastudie zum Thema Kunststoff in der Umwelt hat das Institut herausgearbeitet, dass ein hoher Anteil der Mikroplastikemissionen durch den Abrieb bei Autoreifen entsteht. Es plädiert für die Reduzierung durch bessere und langlebigere Materialien sowie die Verbesserung der Kreislaufwirtschaft. Neben der Industrie nimmt das Institut auch die Zivilgesellschaft in die Pflicht, ihre Verhaltensweisen maßgeblich zu ändern.

  Ocean Conservancy

Die NGO wurde bereits 1972 gegründet und setzt sich seitdem allgemein für den Schutz der Meere ein. Schwerpunkt ist allerdings das Thema Kunststoff und Umwelt. Seit vielen Jahren organisiert die Vereinigung den „International Coastal Cleanup“, bei dem an einem bestimmten Tag Freiwillige an Küsten und Stränden den Müll einsammeln. Die Aktion liefert auch wichtige Erhebungsdaten. So waren 2017 erstmals alle zehn am häufigsten gefundenen Gegenstände aus Plastik. Mit ihrem Netzwerk „Trash Free Seas Alliance“, zu dem unter anderem Coca-Cola und Dow gehören,  setzt sie sich zudem für die Einführung von Abfallmanagement-Lösungen in Südostasien ein. Ihr ist es wichtig, die die Bevölkerung vor Ort auf diesen Weg mitzunehmen und für das Problem zu sensibilisieren.

UNESCO-Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

BNE versteht sich nicht als Umsetzer von Initiativen. Vielmehr stellt der Verein seine Expertise in der Vermittlung vorhandener und neuer Erkenntnisse zum besseren Umgang, Verwertung und Produktion von Kunststoffen zur Verfügung. Dies geschieht sowohl durch schulische als auch außerschulische Bildungsprogramme sowie die Erwachsenenbildung. Das Programm will damit die ganzheitliche Betrachtung des Plastikproblems auch in Deutschland noch verstärken und die Menschen für den Perspektivwechsel befähigen. 

Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Die Aufgabe der OECD ist es, eine Politik zu fördern, die das Leben der Menschen weltweit in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht verbessert. Aus seinen Erkenntnissen entstehen Handlungsempfehlungen für die Regierungen. Der Think Tank setzt sich demzufolge auch mit der Thematik Plastik auseinander. Die Empfehlungen zur Bewältigung des Problems sind dabei für die Industrienationen andere als für Entwicklungs- oder Schwellenländer. Für erstere stehen hier das Konsumverhalten, die Produktionsmenge und -qualität, das Recycling-System und die politischen Vorgaben auf dem Prüfstand. Bei letzteren sieht die Organisation allein in der Einführung eines funktionieren Abfallwirtschaftssystems einen großen Fortschritt.

PlasticsEurope Deutschland e.V.

Der Verband der Kunststofferzeuger vereint 100 Mitgliedsunternehmen, die ca. 90 Prozent der Kunststoffe in der EU produzieren. Er unterstützt die Erhöhung der Recycling-Quoten durch die Förderung der Einführung einheitlicher Qualitätsstandards von kunststoffhaltigen Abfallströmen.

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